„Es stürmt“
Wer ihn erlebt hat, erinnert sich an ihn: Den Jahrhundertsturm am 2. Weihnachtsfeiertag 1999. Ein kleines Sturmtief über dem Atlantik entwickelte sich explosionsartig und fegte als „Orkan Lothar“ mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h vor allem über den Norden Frankreichs, die Schweiz und Süddeutschland hinweg.
Dutzende Menschen starben durch den Orkan, der auch enorme Sachschäden anrichtete. Viele Wälder wurden großflächig zerstört. In Kehl wurde die Feuerwehr kurz nach 11 Uhr zum ersten Mal infolge des Sturms alarmiert – es folgten hunderte Einsätze.
Der „Jahrhundertsturm“ kam für die Menschen völlig überraschend. Entsprechende Orkanwarnungen hatte es im Wetterbericht nicht gegeben.
Die Projektgruppe der Zeitzeugen-AG hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Fotos gesammelt und diese an den Orten von damals neu aufgenommen. Sie zeigen das Ausmaß der Schäden, die der Sturm angerichtet hat: Von heruntergestürzten Ziegeln, zahllosen entwurzelten Bäumen bis zu abgetragenen Dächern. Außerdem hat die Projektgruppe mit Zeitzeugen gesprochen, die die Fotos aufgenommen haben bzw. damals führend bei der Kehler Feuerwehr die Einsätze bewältigen mussten, nämlich den ehemaligen Feuerwehrkommandanten Gerhard Stech und seinen Stellvertreter Roland Walter. In Goldscheuer unterstützte der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege, Hans Roser, die Projektgruppe bei ihrem Projekt. Eindrucksvolles Foto- und Filmmaterial erhielt die AG auch von Rolf Hoffmann, Erwin Lang, Levent Gündüz sowie Alexander Gehringer.
Die Ausstellung im Obergeschoss der Mediathek zeigt eine Auswahl der Motive bis zum 18. Juli.
(Hbr)

















