Kehl in der (Nach-)Kriegszeit
Wie sah es im (nach-)kriegszerstörten Kehl vor 80 Jahren aus? Eine Ausstellung aus der Reihe „Fenster in die Vergangenheit“ der Zeitzeugen-AG versucht Antworten darauf zu geben. Mit vielen Motiven hat die Zeitzeugen-AG eine neue Foto-Ausstellung zum Thema Kriegsende in der Stadt Kehl zusammengestellt, die ab sofort im Foyer des Pflegeheimes ausgestellt ist.
Die AG-Mitglieder haben dafür historische Fotos von Zerstörungen in Kehl aus der Kriegs- und Nachkriegszeit angesehen und die Orte aufgesucht, an denen sie damals entstanden sind; an Ort und Stelle hat die AG diese Bilder dann wieder aus der gleichen Perspektive mit dem historischen Foto neu aufgenommen. Dabei entsteht eine besondere Verbindung aus Gegenwart und Vergangenheit, die auf dem neuen Foto quasi miteinander verschmelzen: Vergangenheit wird unmittelbar in die Gegenwart geholt.
Die historischen Motive zeigen bekannte Orte und Gebäude von Kehl wie den Wasserturm, die zerstörten Brücken, den alten Bahnhof oder den Marktplatz. Sie alle sind gezeichnet durch die Kriegsereignisse: Sprengungen, Artillerie-Treffer und Brände haben oft Ruinen hinterlassen, in den Straßen herrscht eine gespenstische Leere, Stacheldraht markiert die Grenzen zwischen Frankreich und Deutschland im besetzten Kehl der Nachkriegsjahre. Heute ist von den Kriegsspuren über 80 Jahre später nichts mehr unmittelbar zu sehen, umso stärker ist der Kontrast zu den damaligen Verhältnissen, die die Folgen des Krieges vor Ort sehr anschaulich machen.
Die Bildvorlagen der historischen Motive konnte die Zeitzeugen-AG über das Stadtarchiv beziehen, andere historische Fotos sind einmalige Privataufnahmen, wie z.B. das Bild einer östlich von Kehl entgleisten Lokomotive, auf der Jungen spielen. Begleitend zu ihrer Foto-Ausstellung hat die AG auch Interviews mit Zeitzeugen geführt, die sich noch ans Kriegsende vor 80 Jahren erinnern konnten. Élodie und Luca aus der Projektgruppe haben durch ihre Mitarbeit bei dem Leuchtturm-Projekt, das von der Bürgerstiftung Kehl gefördert wird, direkten Bezug zu den Menschen, die sie interviewten. Die Bilder werden bis nach Ostern im Foyer des Dr. Friedrich-Geroldt-Hauses ausgestellt sein.
(Hbr)

















