Von Vivaldi bis Lady Gaga

Mit einem festlichen und zugleich facettenreichen Weihnachtskonzert stimmte das Einstein-Gymnasium am Donnerstagabend in der Kirche St. Johannes Nepomuk sein Publikum auf die bevorstehenden Feiertage ein. Schulleiter Georg Pelzer begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste in der warm erleuchteten Kirche und kündigte einen Abend an, der musikalische Vielfalt und weihnachtliche Atmosphäre versprach.
Den feierlichen Auftakt gestaltete das Blechbläserensemble mit dem schwunghaft interpretierten Spiritual Nearer, My God, to Thee, dessen warmer, voller Klang den Kirchenraum unmittelbar erfüllte. Unter der Leitung von Rebekka Doll knüpfte der Unterstufenchor daran mit den stimmungsvollen Liedern Lichteradvent und Es ist nicht immer leicht an. Das Unterstufenensemble brachte anschließend mit King Williams March, Pachelbels Kanon und dem lebhaften Tumbalaleika musikalische Frische und Spielfreude zum Ausdruck. Erneut zeigte der Unterstufenchor seine Vielseitigkeit mit Ein Jahr ist zu Ende und dem ruhig fließenden Dona nobis pacem.
Einen reizvollen Kontrast bot die Klasse 10a, die das traditionelle Adventslied Maria durch ein Dornwald ging wirkungsvoll mit dem modernen Weihnachtssong Last Christmas verband. Der Musikkurs J1 setzte anschließend mit dem instrumental interpretierten Song Shallow von Lady Gaga einen emotionalen Akzent, der durch einen differenzierten Vortrag und solistische Elemente überzeugte. Der von Friedrich Schilberg geleitete Mittel- und Oberstufenchor präsentierte sich danach rhythmisch und ausdrucksstark mit Freedom is Coming und dem schwungvollen If you’re happy.
Das Blechbläserensemble stellte anschließend seine stilistische Bandbreite mit Vivaldis Concerto in B-Dur unter Beweis. In der klanglich ausgewogenen Interpretation kamen sowohl die festliche Strahlkraft der schnellen Sätze als auch die kantable Ruhe des wiegenden Mittelsatzes zur Geltung. Der Lehrerchor ließ mit Es kommt ein Schiff eine harmonisch reich ausgestaltete Fassung erklingen, die dem bekannten Adventslied durch differenzierte Akkorde und einen warmen Gesamtklang neue Tiefe verlieh.
Das Mittel- und Oberstufenorchester unter der Leitung von Brigitte Klein widmete sich danach Vivaldis Vier Jahreszeiten. In Der Winter zeichnete das Ensemble mit spannungsgeladenem Allegro, innigem Largo und lebhaftem Finale ein eindrucksvolles musikalisches Bild der kalten Jahreszeit. Die Solovioline wurde dabei von Viktoriia Stebliuk (J2) mit sicherem Gespür für Ausdruck und feine dynamische Abstufungen gestaltet. Der Mittel- und Oberstufenchor berührte im Anschluss mit dem amerikanischen Folksong Wayfaring Stranger sowie dem nachdenklichen Lied Trotzdem ist Weihnachten.
Einen glanzvollen orchestralen Augenblick setzte Tschaikowskis Nussknacker-Suite mit Tanz der Rohrflöten, Marsch und dem schwebenden Blumenwalzer, die durch farbenreiche Instrumentation und tänzerische Leichtigkeit überzeugte. Den musikalischen Höhepunkt des Abends bildete schließlich In the Beginning, das der ehemalige Musiklehrer Andreas Dilles eigens für Orchester und die Chöre arrangiert hatte. In großer klanglicher Dichte vereinten sich hier alle Chöre und das Orchester zu einem eindrucksvollen Gesamtklang und führten das Konzert zu einem kraftvollen Finale. Anschließend wurde das Publikum eingeladen, bei Macht hoch die Tür vierstimmig mitzusingen. Die Stimmen von Sängern, Musikerinnen und Publikum durchzogen die Kirche und ließen den Abend in einer getragenen, gemeinschaftlichen Atmosphäre ausklingen. Langanhaltender Applaus bestätigte einen Konzertabend, der die Erwartungen mehr als übertraf und die Kirche St. Nepomuk mit festlicher Klangpracht erfüllte.

[Dol]