Stolpersteine gereinigt
Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus hat die Karibu-SOS-AG Stolpersteine gereinigt
Der 27. Januar ist in Deutschland Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im Jahr 1945 von der Roten Armee befreit. 7000 Menschen waren zu diesem Zeitpunkt noch im Lager am Leben. Schätzungen gehen von weit über einer Million Menschen aus, die von 1940 bis 1945 in Auschwitz ermordet wurden.
Stolpersteine werden deutschland- und europaweit für alle Opfer des Nationalsozialismus verlegt. In Kehl existieren bisher 76 Stolpersteine. Sie liegen jeweils vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Verfolgten und stellen somit ein dezentrales Denkmal dar, das die Lebensdaten und Stationen der Verfolgung auf dem Stolperstein festhält. Die golden glänzenden Messingtäfelchen setzen allerdings durch die Witterung im Laufe der Patina und die Inschriften der Opfer sind durch die Schmutzschicht nur schwer erkennbar. Anlässlich des Gedenktags waren daher auch Schülerinnen und Schüler der Karibu-SOS-AG unterwegs, um die Steine, die im Bürgersteig eingelassen sind, zu putzen.
Freudiges Erstaunen setzte dabei immer ein, wenn die Politur, Wasser und kräftiges Schrubben den Namen auf dem Stolperstein wieder wie von Zauberhand glänzen ließen. Auch förderte die Aktion die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Schicksalen und weckte die Neugier beim Putzen oder machte betroffen: „Oh, eine ganze Familie liegt hier…“, „Wo liegt Kowno?“, „Was war in Dachau?“, „Hat sie überlebt?“ Die AG-Mitglieder kamen auf ihrer Rundtour bei Stolpersteinen vorbei, die für ganz unterschiedliche Opfergruppen verlegt wurden: eine jüdische Familie, eine Zeugin Jehovas, ein wegen „Wehrkraftzersetzung“ erschossener Soldat, ein für seinen Widerstand ermordeter Kommunist. Ihre Biographien kann man im Stolperstein-Guide auch digital abrufen.
(Hbr)
















